Manga/ Anime Talk · Ryoko Fukuyama

Anonymous Noise – Mangatalk ( Spoiler frei )

Genre: Musik, Slice of Life
Mangaka: Ryoko Fukuyama
Veröffentlichung: 2013 – heute
Anime: Ja

„Ohne dass ich es merke werden meine versteckten Gefühle zu meinen Schrei, zu meiner Stimme und platzen als Lied aus mir heraus“

Im Rahmen des „HouseOfLeseWochenende“, welches die liebe Mia von houseofanimanga.de im Dezember veranstaltete, kam ich dazu den ersten Band der noch recht neuen Reihe „Anonymous Noise“ zu lesen. Der Manga stammt aus der Feder von „Ryoko Fukuyama“. Ryoko Fukuyama ist inzwischen kein unbekannter Name mehr. Mit den Werken „Charming Junkies“ und „Monochrome Kiss“ eroberte sie bereits vor Jahren den deutschen Mangamarkt. Nun nach Jahren der Stille erscheint mit „Anonymous Noise“ ihr neuestes Werk auch bei uns.

Plot

Anonymous NoiseNino liebt es zu singen. Bereits in ihrer Zeit als Grundschülerin teilt sie diese Leidenschaft mit dem Nachbarsjungen Momo. Als dieser eines Tages ohne ein Wort zu sagen mit seiner Familie weg zieht verliert Nino ihren Gesang. Ihr junges Herz ist gebrochen.
Einige Zeit später trifft sie am Strand den jungen Yuzu. Dieser ist gerade dabei ein Lied im Sand zu komponieren. Er schafft es Nino’s Herz zu berühren, so dass das kleine Mädchen ihre Stimme wieder findet. Doch bald darauf wird sie auch von Yuzu verlassen.
Sechs Jahre später treffen sich die Zwei in der Oberschule wieder. Durch ihre gemeinsame Leidenschaft „Die Musik“ finden sie schnell wieder zu einander. Doch im Verborgenen ruht immer noch Nino’s Liebe für Momo. Sie hofft weiterhin Ihn durch ihre Stimme zu erreichen. Yuzu verspricht ihr sie bei der Suche zu unterstützen. Doch tief in seinem Innersten hofft Yuzu, dass Nino und Momo sich niemals wieder sehen. Er möchte Nino’s Stimme ganz für sich, den nur sie schafft es seinen Melodien den richtigen Klang zu verleihen und ihn zu neuen Lieder zu inspirieren.

Mangatalk

Mit „Anonymous Noise“ erzählt Mangaka Ryoko Fukuyama die Geschichte von Nino, Momo und Yuzu. Alle drei sind verbunden durch die Musik, durch die sie in der Lage sind ihre wahren Gefühle ausdruck zu verleihen. Doch zugleich unterliegen alle drei Schüler das selbe Schicksal der unerwiederten Liebe. Eine schöne, wenn auch traurige Geschichte rund um die verschiedenen Arten der Liebe beginnt.

„Wenn ich nicht singe verschwinde ich. Wenn ich nicht singe kann ich nicht atmen“

Die Geschichte beginnt bereits in den Kindheitstagen von Nino und Momo.
Es traf mich wie ein Schlag als auf einmal klar war, dass Momo weg sei. Innerlich hoffte ich genau wie Nino das Momo wieder kommen würde. Auch wenn Yuzu ebenfalls eine tolle Figur ist wirken Momo und Nino nach nur wenigen Seiten wesentlich harmonisch als Nino und Yuzu. Wobei mir Yuzu trotzdem ziemlich leid tut.

Das große Wiedersehen zwischen Nino und Yuzu fand ich daher trotzdem wirklich schön. Es ließ einen meinen, dass Momo längst vergessen ist. Doch dann kommt Ryoko Fukuyama damit um die Ecke das Nino immer noch nur Momo im Kopf hat.
Es ist schrecklich wenn die Liebe nicht erwiedert wird. Auch wenn diese Schicksal nicht nur Yuzu sondern auch Nino und wahrscheinlich auch Momo betrifft wird im ersten Band vorallem auf Yuzu der Fokus gelegt. Man könnte im ersten Moment sagen, dass es egoistisch von ihm ist, dass er sich wünscht das Nino und Momo sich nie wieder sehen, da er Nino und ihre Stimme für sich haben möchte. Auf der anderen Seite kann ich ihn aber auch verstehen da sie für ihn so etwas wie eine Muse ist.

„Langsam keimte in uns ein Gefühl auf, dessen Namen wir noch nicht kannten“

 

Was ich etwas merkwürdig fand ist die Tatsache, dass Nino zu Momo sagt, dass sie mit ihm wenn sie älter sind eine Band gründen möchte. Diese soll den Namen „Yuuzu“ tragen. Dies währe fast der selben Namen wie der des jungen durch den Nino ihre Stimme wieder gefunden hat. Ein Zufall?
Oder bereits der erste Hinweis auf das Ende des Manga?

„Das Ende und der Anfang sind immer zwei Seiten einer Medaille“

 

Was ich übrigens sehr toll an der Aufmachung des Manga finde ist das Softcover. Am Anfang war dies etwas ungewöhnlich, aber dann musste ich feststellen das der Manga dadurch viel angenehmer in der Hand liegt. Ob Carlsen Manga dies wohl jetzt öfters bei neuen Veröffentlichungen machen wird?

Doch nicht nur Carlsen hat für uns Leser eine kleine Überraschung parat, sondern auch Mangaka Ryoko Fukuyama. In kleinen Kommentarspalten wendet sie sich immer wieder direkt an uns Leser. Hier erzählt sie uns zum Beispiel wie es zu Anonymous Noise gekommen ist. Es sind interessante kleine Geschichten, welche den Mangaka und als Leser ein wenig transparenter macht und daher ein Stück näher bringt.
Dies ist vielleicht nicht jeden wichtig, aber ich für meinen Teil freue mich immer darüber wenn ein Manga Kommentarspalten des Mangaka beinhaltet.

Mein Fazit

„Hätte ich nur direkt Band 1 und 2 gekauft“ dachte ich mir, als ich den ersten Band von „Anonymous Noise“ zu Ende gelesen hatte. Die Geschichte ist sehr ruhig, hält dabei jedoch einen stätigen Tenor durch den man als Leser vollständig in den Bann gezogen wird und ihn ohne Probleme in einem durch liest. Dazu kommen die wunderschönen Zeichnungen von Ryoko Fukuyama. Bereits das Cover hatte mich total in seinen Bann gezogen, weswegen ich den Manga einfach kaufen musste. Er stach irgendwie aus der Menge an Neuerscheinungen auf den Tisch meines Lieblings- Comicbuchhändlers heraus.

Die Geschichte an sichist ziemlich verstrickte, aber genau das ist es was den Manga so besonders macht. Manchmal hatte ich ein wenig Probleme damit auseinander zu halten welcher Gedanke nun wohin gehört, da sie einfach so durch die Panels laufen, aber darüber kann ich hinweg sehen.

In Japan sind übrigens bereits 13 Bände erschienen. Eine Animadaption erschien 2017 in Japan, ist aber leider noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Ein Ende der Reihe ist soweit ich das heraus finden konnte noch nicht in Sicht.

Alles in allem gesehen kann ich die Reihen nur weiter empfehlen. Auch wenn die Geschichte sehr ruhig ist, ist sie trotzdem wunderschön und zugleich auch sehr traurig. Man ist trotzdem an Ende nicht deprimiert, sondern fühlt viel mehr mit den Figuren mit. Ich freue mich daher unglaublich darauf wenn ich endlich dazu komme den zweiten und alle darauf folgenden Bände zu lesen.